Donnerstag, 26. Mai 2011

Trip to China – Guangzhou/Huadu

Letztes Wochenende konnte ich endlich meinen ersten Trip nach Mainland China unternehmen. Hab ein Visum im China Travel Center in Hongkong beantragt und ein Double Entry Visa erhalten, so kann ich innerhalb der nächsten 6 Monate nochmal nach China einreisen (was ich evtl. auch brauche, weil ich plane nach Peking im Juli). Meine chinesische Freundin lebt in einem Randbezirk von Guangzhou, so ist es mit der Ubahn ca. 40 Minuten von der Innenstadt entfernt.
Ein paar Wochen zuvor hab ich mir schon die Busfahrkarte von Hongkong nach Huadu gekauft, es hieß, es dauert ca. 3 Stunden, wobei man in Shenzhen an der Grenze aussteigen muss, die „Immigration“ durchlaufen muss und dann wieder in den Bus einsteigt und den größten Teil der Strecke zurücklegt. Morgens um 8 Uhr gings von Hongkong / Sheung Wan aus los. Leider war dann kurz vor Shenzhen eine Baustelle und wir standen 2 Stunden im Stau, sodass die gesamt Reise letztendlich fünf Stunden gedauert hat. Ein Glück hat mir meine Kollegin vorab erklärt, wie das alles abläuft, ansonsten wäre ich hoffnungslos verloren gewesen. In Hongkong zeigt man im Reisebüro/ an der Bushaltestelle sein Ticket und bekommt dann einen Aufkleber (alles auf Chinesisch), wo wahrscheinlich drauf steht, wo man hinfahren will. Diesen klebt man sich auf den Arm. In Shenzhen folgt man dann einfach den Massen und stellt sich in meinem Fall bei „foreigners“ an und hofft, dass man an der Grenze durchgelassen wird. Dann verlässt man das Immigration-Gebäude und sucht am besten eine Angestellte des Reisebüros (die man daran erkennt dass sie die gleiche „Uniform“ trägt wie die Damen im Reisebüro in Hongkong), die einem dann auf Chinesisch erklärt, welchen Bus man nehmen muss – und dort stehen gefühlte 100 Busse. Irgenwie wird man dann doch zur richtigen Station geleitet und sitzt dann hoffentlich im richtigen Bus. Bei mir hat alles geklappt, auch, wenn der Bus wohl nur auf mich gewartet hat, weil ich als Ausländer leider länger an der Grenze brauche als Hong Kong Residents, die einfach nur ihre ID Karte durch einen Automaten schieben müssen.

Nach fünf Stunden Fahrt also kam ich in Huadu an und wurde von meiner Freundin (die 2 Stunden dort auf mich gewartet hat) abgeholt. Und ja!!!! Es ist alles anders in China!!! Ich wurde das ganze Wochenenende über angstarrt, die Leute haben sich nach mir umgedreht oder mir „hello“ gesagt und mich an-/ ausgelacht, das kann ich nicht so beurteilen J Ich glaube nicht, dass es negativ war, allerdings hab ich mich dennoch etwas unwohl gefühlt. In den ganzen zwei Tagen habe ich keinen einzigen Ausländer gesehen (was in Hongkong ganz anders ist. Da ist man als Weißer nichts besonderes, weil es einfach so viele Ausländer gibt). Dann bin ich natürlich auch noch blond, was mich noch mehr aus der Masse rausstechen lässt.
Eine weitere Sache ist der Verkehr. Kaum ist man über die Grenze, geht es drunter und drüber. Kein geordneter Verkehr mehr, jeder fährt, wie er will. Da kann es durchaus auch sein, dass einem ein Geisterfahrer entgegen kommt. Es fahren total viele Motorräder rum (hab in den zwei Tagen drei Unfälle mit Motorrädern gesehen – kein Wunder!) und es wird gehupt ohne Ende. Ampeln könnte man sich auch sparen, weil sich sowieso keiner dran hält und es ist durchaus üblich, dass sechsspurige Straßen keine Fußgängerampel haben, so muss man sich in Acht nehmen, dass man nicht überfahren wird... teilweise wirklich lebensgefährlich.
Allerdings ist dort alles so günstig – hab mir die Nägel machen lassen (Pflege und Lackieren), ingesamt über eine Stunde für 10 Yuen (= ca. 1 Euro) oder mir diversen Kleinkram gekauft, alles unter 2 Euro. Es gibt dort ein Einkaufszentrum neben dem anderen, allerdings alles mit gefälschter Ware. Wenn man keinen großen Wert auf hohe Qualität legt, befindet man sich hier im Shoppingparadies.

Hier ein paar Eindrücke meines Wochenendes:

Der Wohnblock meiner Freundin

Mein Bett – viel zu kurz für mich J


Die Wohnung – man mietet hier für gewöhnlich komplett möbliert



Blick aus dem Fenser


Frühstück auf Chinesisch (gebratenes Gemüse, Dim Sum gefüllt mit roten Bohnen und Eigelb, Minieier und sticky rice)


Das Wahrzeichen der Stadt – eine Statue mit fünf Ziegen


Straßenmarkt


Traditionelles chinesisches Haus


Canton Tower – 600-m-hoher Fernsehturm, der im Dunkeln beleuchtet ist und seine Farben wechselt






Guangzhou Internationl Finance Center (IFC), davor die riesengroße Guangzhou Oper (beide Gebäude wechseln ständig die Farbe) und ein beleuchtetes Schiff auf dem Perlfluss


Berühmte Brücke über den Perlfluss


Straßenmarkt in Huadu


„Haustiere“ neben eingelegten Hühnerfüßen & Co.




Die stinkende Durian-Frucht, die muss hier ENDLICH mal erwähnt werden!! (die große Frucht mit den Stacheln) Kommt ursprünglich aus Thailand und ist wohl sehr beliebt in China und Hongkong. Betritt man einen Supermarkt und merkt, dass es muffelt, weiß man, dass grade Durian-Frucht aufgeschnitten und verkauft wirde. Auch im Bus riecht man sofort, ob Kunden Durian-Frucht gekauft haben. Der Gestank ist wirklich widerlich, es scheint aber gar nicht so schlimm zu schmecken, hab es noch nicht probiert. Ist sicherlich so wie „Stinkekäse“... stinkt, aber schmeckt gut!



Warten auf den Bus.... Die Rückreise hat nur 3 Stunden gedauert und war weitaus angenehmer. Als ich von Kowloon-Seite bergab in den Süden gefahren bin und die Skyline von Hongkong-Island gesehen hab, sind mir vor Freude fast die Tränen gekommen, weil ich mich so auf „meine“ Stadt gefreut hab. Hongkong ist einfach viel moderner, geregelter, übersichtlicher, kleiner und weltoffener... ich liebe diese Stadt. Auch, wenn China eine sehr gute Erfahrung war, wenn auch nur für ein Wochenende.


1 Kommentar:

  1. Ja, mein liebes Enkelkind, was für Erlebnisse im fernen China!! Hättest Du das nach dem ABI gedacht, dass Du mal eine kleine Weltenbummlerin werden könntest? Dein Blog ist einfach super und ich freue mich jedesmal riesig darauf in meinem "Dorf" Nürnberg mit Fachwerkhäusern und Burgtürmen, was für ein Unterschied! Pass gut auf Dich auf. Deine Oma

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