Donnerstag, 3. März 2011

Was bisher geschah

Innerlich bin ich quasi schon weg. Und das schon seit drei Monaten. Ich fühle mich, als kenne ich Hongkong (zumindest vom Lesen und Durchforsten aller vorhandenen Blogs, Foren und Internetseiten) schon in und auswendig, als wüsste ich schon alles. Wie sieht meine zukünftige Arbeit aus? Weiß ich! Wie wohnt man da? Weiß ich! Was isst man da? Weiß ich! Was gibts da so zu sehen? Weiß ich. Wie spricht man da? Weiß ich! Wo geht man da so hin? Weiß ich! "Langweilig" sagst du? "Nein" sag ich! Warum? Weil ich in meinen mickrigen 25 Lebensjahren bereits eines lernen musste: Man kann sich wirklich über fast alles informieren und perfekt vorbereitet sein... und dann? Kommt doch alles anders.

Es dürfte ca. Oktober/November gewesen sein, als das Thema aufkam. "Susanne, wie wärs denn mal mit Ausland, na?". "Sabine (meine herzallerliebste Arbeitskollegin - Ich vermisse dich so!!!), bist du wahnsinnig? Ich und Ausland? Nochmal ein Praktikum? Und dann sogar ein freiwilliges? Urlaubssemester? Dann kann ich ja meine Schwerpunkte gar nicht so nehmen, wie ich es schon vor drei Jahren geplant habe! Ich werde alle meine Freunde verlieren, ich werde untergehen in der fernen Kultur, ich werde mein Studium zu spät abschließen, ich werde alt sein, wenn ich wieder komme, ich werde....". (Ok. Wer bereits jetzts bemerkt hat, dass zwei meiner unendlich vielen Charaktereigenschaften "planerisch" und "ängstlich" sind, erhält 100 Punkte.) Deshalb verflog diese Idee wieder... wäre da nicht der Reiz des Ungewissen und Neuen gewesen, der mich tagein tagaus plagte. So kam es, dass ich kleinlaut angekrochen kam: "Sabiiiiiiiine.... wie wär das jetzt eigentlich so, wenn ich doch Interesse an Ausland hätte?". Einige Wochen später erzählte ich schweißgebadet (vor Angst! Was auch sonst?) meiner Mutter von meinem ausgeklügelten Plan. Zu meiner vollsten Überraschung schrie sie mich weder an noch versuchte sie mir, meine Idee auszureden noch rief mein Papa nach diesem Telefonat zurück,  um mir selbiges zu sagen. Was hab ich nur für tolle Eltern!

Nach einigen klärenden Gesprächen mit meiner Kollegin, meinen Chefs aus München, den Chefs aus Hongkong und meinen Eltern stand es also am 3. Januar fest. Ich geh nach Hongkong. Gut, ein bisschen komplizierter war es dann schon, aber ich will hier ja nicht den Rahmen sprengen, sondern einen durchweg kurzweiligen Blog schreiben.

Als kleine, vielleicht auch nicht ganz so unspannende Randinformation sei noch angemerkt, dass ich seit 5 Monaten in München wohne und arbeite und zwar für einen Stundenlohn, der rund 4 Euro beträgt. Ja - 4 Euro. Ich könnte mir auch ein besseres Gehalt vorstellen, aber wenn man mal bedenkt, dass es sich hierbei um ein Praktikum handelt, ist das gar nicht so mies. Ich weiß, München ist hier nicht das Thema des Blogs aber die Stadt hat es verdient, dass einige Sätze über sie verloren werden.

Deshalb hier eine kleine (das ist wie man an der Schriftgröße sehen kann auch bildlich gemeint) Danksagung:

Danke München, dass du mich mitten in deinem Herzen leben hast lassen. Danke München, dass du mir gezeigt hast, dass es noch so viele herzensgute Menschen gibt (Danny, Mimi, Theresa, Julia, Birgit... ohne euch wär ich auf der Straße gesessen!) DANKE______________________________ (<-- Das hier ist ein Platzhalter für alle Menschen, die ich in München kennengelernt habe und in mein Herz geschlossen habe und ohne die die Zeit in München nur halb so schön geworden wäre). Danke München, dass du mir beigebracht hast, dass es "Semmel" und nicht "Brötchen", "Knödel" und nicht "Kloß", "die Breze" und nicht "der Brezel", "Weißbier" und nicht "Weizen" heißt. Danke München, dass du so bunt und vielfältig bist und so tolle Cafés, Restaurants, Clubs, Plätze und Sehenswürdigkeiten hast. Danke München, dass du meinen Blickwinkel erweitert und mich toleranter gemacht hast.Außderm danke München, dass du mir Basti wiedergeschenkt hast (und danke Basti, dass du jetzt für drei Monate in New York bist und wir demnach jeweils am anderen Ende der Welt sitzen und somit nur mit 12 Stunden Zeitverschiebung skypen können - du ARSCH!)

Auf Anfrage hier noch eine zweite Danksagung an alle meine lieben Freunde aus Aschaffenburg, die mich in München besucht haben.... LISA, SABINE, MARIUS, SARAH, ANNA und FREDDY!!

So. Für alle, die sich jetzt gelangweilt haben.... Jetzt gehts bald los! Aschaffenburg - München - Hongkong. Ich komme!

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